Jobcrafting mit Nico Rose: Arbeit gestalten statt nur erledigen

Shownotes

Wie lässt sich Arbeit besser an persönliche Stärken, Bedürfnisse und Interessen anpassen? Svenja Hofert und Dr. Nico Rose betrachten Jobcrafting als selbstgesteuerte Veränderung der eigenen Rolle – von kleinen Erleichterungen bis zur Neuverteilung von Aufgaben im Team.

Themen der Folge:
- Aufgaben abgeben und Neues hinzufügen: Warum Jobcrafting mehr ist als das Streichen ungeliebter Tätigkeiten.
- Spielräume bei Arbeitsort, Arbeitszeit, Aufgaben, Zusammenarbeit und der eigenen Sicht auf die Arbeit erkennen.
- Stärken und Kompetenzen unterscheiden: Etwas gut zu können heißt nicht automatisch, daraus Energie zu ziehen.
- Vom einzelnen Arbeitsplatz zur Teamentwicklung: Was passiert, wenn eine ungeliebte Aufgabe für jemand anderen attraktiv ist.
- KI als Unterstützung bei Routineaufgaben und kreativer Arbeit – samt offenen Fragen zu Beschäftigung und Originalität.

Praktische Impulse:
- Die acht bis zehn wichtigsten Tätigkeiten notieren und auf einer Skala von eins bis zehn bewerten: Was möchtest du behalten, was weniger machen?
- Bei ungeliebten Aufgaben konkret fragen: Wer sagt, dass ich das machen muss? Welche Vorgaben sind verbindlich, welche Vereinbarungen verhandelbar?
- Für Gespräche mit der Führungskraft drei Dinge sammeln, die du weniger machen möchtest, und drei, die du gern übernehmen würdest.
- Wünsche zunächst einzeln besprechen und anschließend im Team prüfen, ob Aufgaben getauscht oder anders verteilt werden können.

Das Buch: Nico Rose

Arbeit à la Carte
Wie Sie mit Job Crafting das Beste aus Ihrem Beruf machen und als Führungskraft das Potenzial Ihrer Mitarbeiter voll entfalten, Haufe 2026


Transkript anzeigen

00:00:00: Aran pfeilen und aus dem, was ich vorfinde immer mehr das machen, was sich eigentlich wirklich machen will.

00:00:09: Was zum Beispiel meinen Stärken entspricht oder wo ich auch mehr im Vergleich zu weniger Sinn empfinde.

00:00:19: Bau dir dein Job so wie er dir gefällt!

00:00:22: Die Grundzutat dafür?

00:00:23: Das sind die persönlichen Starken – die geben Energie

00:00:27: und

00:00:28: Richtung.

00:00:29: Was hinter Jobcrafting steht, was dieses Zauberwort enthält.

00:00:34: Darüber spreche ich im Interview mit Dr.

00:00:38: Nico Rose.

00:00:42: Ich glaube, ich brauche dich gar nicht vorstellen oder?

00:00:47: Es ist die Frage wem also?

00:00:50: meine Verlegerin bei Random House hat neulich bei einem Buch Vorschlag gesagt dafür bist du nicht gesichtsbekannt genug.

00:00:58: Wenn du häufiger im Fernsehen wärst, dann könnten wir das Thema machen.

00:01:02: Aber du bist nicht gesichtsbekannt genug.

00:01:05: Deswegen haben wir das nicht gemacht.

00:01:07: Ich weiß es nicht!

00:01:08: Ah ok, Gesichts bekannt heißt wahrscheinlich übersetzt Talkshow-Gast erfahren oder so?

00:01:15: Ja?

00:01:16: Sowas in der Art.

00:01:17: also ich hatte tatsächlich ein Buch vorgeschlagen was eine gewisse biografische Schlagseite gehabt hätte verbunden aber mit Intervention aus dem Coaching und so weiter.

00:01:30: Und da hat sie dann gesagt, Thema an sich gut aber dafür müsstest du quasi noch mehr eigene Bekanntheit mitbringen weil das biografische ansonsten nicht relevant genug ist.

00:01:45: also Wie heißt das blaue Couch, rote Sofa?

00:01:48: Markus Lanz ruft

00:01:51: mich an.

00:01:52: Ah ja,

00:01:53: ich hab mich irgendwann auch mal entschieden dieses Spiel nicht mitzuspielen weil man sich dann positionieren muss und so weiter.

00:02:01: aber ich denke diejenigen die uns jetzt zuhören werden dich möglicherweise kennen.

00:02:09: und

00:02:09: falls

00:02:10: doch nicht überraschenderweise Was sind die wichtigsten Dinge, die man über dich wissen sollte außer dass du Heavy Metal Fan bist?

00:02:22: Das ist doch das

00:02:26: Wichtigste.

00:02:27: Also vom beruflichen her ich bin Psychologe auch noch Diplom-Sychologe was dann etwas über mein Alter verhält und habe bis die meiste Zeit in der freien Wirtschaft gearbeitet, meistens im Personalumfeld viel Employer-Branding, Recruiting.

00:02:47: Doktorarbeit mal geschrieben allerdings an einem Lehrstuhl für Controlling.

00:02:50: das war eine der größeren Unfälle in meinem Leben und war dann ab vierzig einige Jahre Professor für Wirtschaftspsychologie und habe das aber vor ungefähr Vier Jahren alles weggetan zu Gunsten von Me Myself and I. Das heißt heute halte ich Vorträge schreibe Bücher so wie du auch, ich glaube wir schreiben beide furchtbar gerne und auch relativ schnell.

00:03:17: Und komme eigentlich aus dem Bereich Einzelcoaching hat sich aber in den letzten Jahren eher eben so Richtung Dinger auf der Bühne entwickelt bin zweifacher Papa leider relativ frisch geschieden... ...und doch Heavy Metal Fan soll das muss einfach dazu gesagt

00:03:34: sein.

00:03:34: Ja okay ja Wir kennen uns glaube ich wirklich schon ewig, aber wir haben uns noch nie gesehen.

00:03:43: Noch nie?

00:03:44: Nee!

00:03:44: Ich habe tatsächlich auch eben überlegt als ich mir hier noch den Kaffee gemacht habe... ...ich bin aber ziemlich sicher dass du mich schon mal für eines deiner früheren Bücher interviewt hast.

00:03:58: Frag mich bitte nicht zu welchem Thema, aber ich weiß.. ich würde jetzt mal sagen... Dass du da eines von deinen vielen Büchern geschrieben hast und unter anderem auch mit so Wortlautinterviews gearbeitet hast, was ich auch total gerne tue.

00:04:15: Und sowas hab' ich schon mal gemacht.

00:04:17: Und spätestens seitdem sind wir miteinander in Kontakt und lesen uns aber gesehen noch nicht.

00:04:22: So groß kapiert.

00:04:23: Gesehen noch nicht ne?

00:04:24: Ich meine nämlich auch!

00:04:26: Wir sehen uns also das erste Mal sitzen uns gegenüber und wir wollen über Job... Crafting sprechen.

00:04:34: Du bist ja, was du noch nicht gesagt hast ... Ja, du nennst dich Sintputgeber?

00:04:40: Aber du bist im Bereich der positiven Psychologie zu Hause!

00:04:45: Das kann man glaube ich so sagen.

00:04:48: Auch Zuhause ist nicht das Einzige.

00:04:51: aber ich hatte tatsächlich das Glück dass ich bei Bertitzmann, das war meine längste Berufdienststation von zwei zehn bis zwei achtzehn Ein sehr, sehr tollen Chef hatte in ganz unterschiedlicher Kapazität und der hat es mir ermöglicht unter anderem durch ganz viel Geld.

00:05:09: Zwei tausend dreizehn und vierzehn nochmal berufsbegleitend studieren zu gehen.

00:05:15: das heißt ich habe dann noch mal einen spezialisierten master in also nennst sich map master applied positive psychology absolviert.

00:05:25: in pennsylvania bin immer einmal im monat darüber geflogen für ein Jahr und habe direkt bei Martin Seligmann und einigen seiner engsten Vertrauten quasi so eine Druckbetankung in dem Thema bekommen.

00:05:39: Zu einem Zeitpunkt, also wir sprechen ja jetzt schon vor dreizehn Jahren als das in Deutschland und Europa noch ganz stark in den Kinderschuhen war.

00:05:47: Also von daher hatte ich glaube ich das Glück dass sich einfach einer der ersten Menschen in Deutschland waren die glaube ich sich einigermaßen fundiert mit dem Thema Auskanten Und so ist das eben auch in meine Personal Brand eingeflossen.

00:06:03: Aber wie gesagt, ich habe aber noch ganz andere Dinge.

00:06:05: Ich rede manchmal auch über Controlling, auch wenn ich es eigentlich hasse, aber es ist ein wichtiges Thema.

00:06:11: Genau und für diejenigen, die in dem Thema vielleicht nicht drin sind?

00:06:15: Martin Seligman ist der Begründer der positiven Psychologien.

00:06:19: So um das vielleicht nochmal...

00:06:21: Ja kann man so sagen.

00:06:23: also der Name Ja, der Name ist ja sogar schon ein bisschen älter.

00:06:30: Also den Begriff positive Psychologie Den gibt es schon seit den fünftiger Jahren und hat tatsächlich wenn ich mich recht in Sinne Ich müsste wahrscheinlich sogar Abraham Maslow mal verwendet Hat ihn aber nicht weiterverfolgt Müsste sich jetzt nochmal verifizieren.

00:06:48: Und es gibt seit den siebziger jahren auch den begriff positive psychotherapie.

00:06:56: Der hat sich aber auch nie so weitläufig durchgesetzt.

00:07:01: Und jetzt im Sinne der modernen Wissenschaft, positive Psychologie geht eben auf Martin Selickmann und seinen Kreis von frühen Mitstreitern zurück ab, so ab, Ninzehn-Achten-Ninzig.

00:07:15: Aber also der Name ist eigentlich sogar schon ein bisschen älter, hat sich damals noch nicht richtig durchgesetzt...

00:07:22: Und ja wir wollen über Job Crafting sprechen und weiter denken.

00:07:26: Das ist ja das Motto meines Podcasts, also wir versuchen jetzt so ein bisschen über das Thema hinaus auch zu gehen die Relevanz zu ergründen und dass auch vielleicht hinsichtlich der derzeitigen aktuellen Entwicklung zu betrachten.

00:07:44: Und wenn du da noch Lust hast, gerne auch ein paar praktische Impulse.

00:07:49: Ich durfte ja bisschen schnuppern in Teilen deines Buches und da fand ich ... Da waren schon so zwei drei praktische Dinge dabei?

00:07:58: Die machen wir zum Ende!

00:07:59: Ja okay...

00:08:01: Also Job Crafting!

00:08:04: Ähm.. Ich bin ja deutlich älter als du.

00:08:10: Und doch.... Und in diesem Bereich der beruflichen Orientierung, Neuorientierung, Sinnstiftung gab es ja immer Wellen.

00:08:22: Also jedenfalls in meiner Wahrnehmung als jemand, der in den Sechzigerjahren geboren ist und da gab es so die Siebziger Jahre, die Achtziger-Jahre und alle hatten eine bestimmte Prägung!

00:08:34: Jetzt gibt's Jobcrafting seit einiger Zeit und ich frage mich Was ist das anders, als kennst du noch What Color Is Your Parachute?

00:08:47: Ich kenne

00:08:49: den Titel.

00:08:51: Ich hab's da mal nicht gelesen.

00:08:53: Das war so... ...achtziger, neunziger Jahre so, also auch im Grunde.

00:08:58: Crafting heißt ja ich baue mir mein Job und erklär mal was das is'.

00:09:04: Was ist es Konzept dahinter?

00:09:08: Also vielleicht vorab der Gedanke.

00:09:12: Das Thema als solches ist tatsächlich nicht furchtbar neu, sondern das machen Menschen im Grunde schon seit es so etwas wie abhängige Arbeit gibt.

00:09:22: also wahrscheinlich haben auch schon die Sklaven im alten Rom oder Griechenland ihre Jobs gekraftet im Rahmen ihrer Möglichkeiten.

00:09:31: Als eigenständiges Forschungsgebiet ist es tatsächlich aber erst um das Jahr zweitausend er entstanden.

00:09:39: Also Job Crafting bezeichnet im weitesten Sinne.

00:09:43: Alle selbst gesteuerten, das ist wichtig alle selbstgesteuerten Veränderungen die Menschen an ihrer Job Rolle an ihrem Job Profil in im weiteste Sinne also an allem vornehmen was sie vorfinden wenn Sie irgendwo einen Arbeitsvertrag unterschreiben.

00:10:07: ich nutze manchmal gerne des Das Bild, immer schlimm mit Zitaten von Leuten die schon ein paar Hundert Jahre tot sind.

00:10:14: Aber Michelangelo der Marlon-Bildhauer hat angeblich gerne gesagt wenn er gefragt wurde, guck mal wie machst du das hier?

00:10:24: So was?

00:10:24: ja ist hier diese Tolle David Figur oder irgendwas gestaltet?

00:10:28: Wie geht denn das?

00:10:29: Und dann hat er angeblichen Augen zwingend gesagt naja Die Figur war schon im Marmor enthalten und ich habe halt alles überflüssige Weggeschlagen.

00:10:40: Und das finde ich ist eine schöne Metapher für Jobcrafting, weil wenn wir irgendwo anfangen zu arbeiten dann haben wir in der Regeln einen Arbeitsvertrag unterschrieben.

00:10:49: da stehen ein bisschen Dinge drin was wir zu tun und zu lassen haben.

00:10:52: vielleicht gibt es ne Jobbeschreibung gibt es nicht überall und dann kommen wir ja in lauter Strukturen hinein.

00:11:01: also ich arbeite typischerweise mit Kolleginnen Kollegen.

00:11:04: Ich habe ne Führungskraft oder vielleicht ne Matrix.

00:11:08: Ich habe so etwas wie Compliance-Vorschriften, Wertesstatements, Führungsleit.

00:11:14: Also alles Dinge die mir erstmal vielleicht in positiven Sinne Orientierung geben sollen?

00:11:20: Wie geht das hier?

00:11:21: aber wenn ich natürlich auch irgendwie begrenzen und Jobcrafting bezeichnet jetzt tatsächlich manchmal im kleinen und großen dieses daran feilen und aus dem was sich vorfinde immer mehr dass machen, was ich eigentlich wirklich machen will.

00:11:40: Was zum Beispiel meinen Stärken entspricht oder wo ich auch mehr im Vergleich zu weniger Sinn

00:11:48: empfinde.".

00:11:49: So und deswegen sage ich das Thema an solches ist schon uralt.

00:11:55: Du und Ich wir sind ja im beitesten Sinne beide selbstständig.

00:11:58: Ich glaube du hast noch eine kleine Teamstruktur dahinter.

00:12:00: aber das heißt als Selbständiger musst du sowieso den ganzen Tag deinen Job kraften, weil uns sagt ja keiner was wir zu tun und zu lassen haben.

00:12:09: Es geht tatsächlich primär immer um diese abhängige Arbeit und da immer mehr mit der Persönlichkeit hineinzuwachsen.

00:12:19: Deswegen ist das Bild von Michelangelo auch ein bisschen unvollständig.

00:12:24: Das wird manchmal falsch verstanden.

00:12:25: es geht nicht nur darum Dinge wegzuschlagen sondern die wichtigere Bewegung ist eigentlich danach zu schauen, was möchte ich denn an neuen Dingen auch in mein Jobprofil, in meinen Aufgabenprofil hineinziehen.

00:12:40: Also wir sprechen von kontraherendem Jobcrafting wenn ich quasi versuche etwas aus der Rolle zu entfernen und von expandierendem jobcrafing wenn ich etwas anderes hinzufüge?

00:12:52: Und wir wissen aus der Forschung dass das eigentlich wertvolle daran im Sinne von Arbeitszufriedenheit, Engagement aber auch Leistung häufig das hinzufügen von neuen spannenden Dingen ist.

00:13:05: Aber manchmal muss man ja vorher ein bisschen aufräumen.

00:13:08: deswegen ist es so eine vielleicht so ein bisschen sondern jungen Bewegung.

00:13:13: Das heißt es bezieht sich schon auf angestellten Tätigkeiten.

00:13:17: Es macht es am meisten Sinn, weil nochmal wenn du selbstständig bist außer dem Steuerberater sagt dir in der Regel keiner was zu tun und zu lassen hast.

00:13:26: Das heißt du bist sowieso den ganzen Tag dabei irgendwie die Strukturen zu bauen.

00:13:32: das ist ja der Unterschied während wenn du irgendwo ein Arbeitsvertrag unterschrieben hast und da sind noch Kollegen und Kollegen dann findest du ja ganz viel Struktur vor und fängst an damit zu arbeiten.

00:13:45: Man kann wunderbar erkennen, dass das Thema schon viel älter ist weil der große Niklas Luhmann auch schon darüber geschrieben hat.

00:13:53: Das war jetzt nicht eines seiner, glaube ich, Kerninteressen und er hat es natürlich auch nicht Jobcrafting genannt aber der Sprach in einem Buch Mitte der sechziger Jahre schon eine sehr eigentümliche Sprache.

00:14:05: Er nannte das Brauchbare Illegalität.

00:14:15: Das ist nicht ganz deckungsgleich, aber wenn man quasi einen Venn-Diagramm malen würde dann gäbe es zwischen brauchbarer Illegalität und Jobcrafting eine recht große Schnittmenge.

00:14:28: Weil das Jobcrafting in der Regel eben auch nicht geschieht um dem Unternehmen den System irgendwie zu schaden sondern in der Regel sich selber, aber natürlich dann auch der Organisation bestimmte Dinge ein bisschen das Leben einfacher zu machen.

00:14:45: Prozesse zu beschleunigen, Dinge von der Vorderbühne auf die Hinterbühnen verlegen.

00:14:52: also häufig geht es darum dass erst mal mit Eigennutz anfängt.

00:14:56: ich möchte mir das Arbeitsleben ein bisschen freutvoller oder oder einfacher machen Aber im Endeffekt wenn man es intelligent macht entsteht dadurch auch Nutzen für die Organisation.

00:15:07: Und dann sind wir schon sehr stark bei Luhmanns Idee.

00:15:11: Also brauchbar, im Sinne von es nützt häufig.

00:15:14: Illegal weil es manchmal auch um so kleine Regelbrüche geht.

00:15:18: also nicht illegal im Sinne gegen das Gesetz sondern gegen die Gepflogenheiten der Organisation und deswegen ist es nicht ganz konzeptuell gleich.

00:15:27: ich bin aber auch nicht der riesen Luhman Experte muss sich zugeben Aber ich würde sagen da ist eine sehr große Schnittmenge und deswegen habe ich das im Buch auch mal mit zitiert.

00:15:37: Ich verstehe auch, es geht darum Spielraum zu erkennen und zu nutzen.

00:15:44: Hättest du dafür auch Beispiele?

00:15:46: Ist es sowas wie ich bin jetzt in der Organisation und bilde mich als Coach aus und arbeite dann ehrenamtlich oder was ist es also... Also

00:16:00: es gibt ganz viele unterschiedliche Wege des Jobcrafting, da müsste man so ein bisschen Ordnung dran bringen und ohne dass mir das vorher klar war habe ich in dem Buch wo ich ja mit vielen Fallbeispielen arbeite hinterher das auch so ein bißchen geordnet.

00:16:17: Das große Job Crafting und das kleine Job Crafting.

00:16:21: Ich fang mal mit einer Geschichte an, die mir sehr nahe liegt.

00:16:25: Weil es nämlich um meine neue Partnerin geht!

00:16:28: Ich bin leider seit einer Zeit geschehen... Also leider im Sinne von war nicht schön und jetzt aber schon seit einem Jahr wieder vergeben.

00:16:37: Und meine Partnerin ist Lehrerin an einem Berufskolleg hier in Bochum Ein Calling, noch eine weitere Berufung in sich gehabt.

00:16:51: Und hat dann das mit dem Arbeitgeber aber mit ganz viel Mühen und Umwegen und Trickserei verkaspert, dass sie eine Ausbildung machen durfte zur Seelsorgerin.

00:17:04: Mittlerweile macht sie neben der normalen Rolle als Lehrerin tatsächlich die Seelsorge an der Schule.

00:17:13: Hat dafür ein leichtes verringertes Unterrichtskontingent und steht dafür eben allen Schülerinnen und Schülern offen.

00:17:24: So, und daran sieht man die Bewegung schon recht gut.

00:17:28: Sie hat also erst mal ein bisschen was rausfräsen müssen.

00:17:30: das heißt dass normale Lehrkontingent ist runtergefahren worden Und es kommt etwas anderes oben drauf Was die Rolle aber nochmal anreichet und für sie irgendwie mit ganz viel Sinn auflädt.

00:17:45: Und bei ihr finde ich es auch so spannend, weil manchmal wird Job-Crafting verstanden als... Also die Leute machen sich die Welt wie sie ihn gefällt und alle... Ich glaube in der Sprache meines Sohnes alles slacken jetzt nur noch.

00:17:58: Alle machen nur noch irgendwie Dienst nach Vorschrift.

00:18:02: Sie arbeitet durch das neue Element in ihrer Rolle mehr als vorher.

00:18:09: Das was an Stunden obendrauf kommt ist mehr abgegeben hat.

00:18:15: und trotzdem ist hier das wichtig, weil ihr das eben ganz viel Sinn und Perspektive spendet.

00:18:22: Weil sie selbst zum Beispiel aus einem eher zerrütteten Elternhaus kommt und ich glaube da kommt ganz viel Drive Fair dass die heute sagen möchte also ich hätte mich früher über so ein Angebot gefreut.

00:18:35: Das gab es an meiner Schule nicht.

00:18:37: Ich musste erstmal ein paar Türen einrennen und Menschen davon überzeugen dass wir das hier brauchen Und dann hat sie sich über verschiedene Schritte eben diese Rollenerweiterung selbst gebaut.

00:18:49: Natürlich haben wir in dem Fall andere Leute geholfen, das heißt es muss natürlich irgendwann formalisiert werden.

00:18:55: deswegen sage ich auch dass ist großes Job Crafting aber da sieht man eben die so schöne Bewegungen.

00:19:00: Ich nehme etwas weg und packe etwas Neues hinzu und dadurch wird mein Job mit mehr Leidenschaftsinn Engagement usw.

00:19:09: aufgeladen Und gleichzeitig erfüllt sie, glaube ich einen sehr wertvollen zusätzlichen Job an der Schule.

00:19:16: Weil dort viele Menschen arbeiten mit Migrationshintergrund-, Fluchtgeschichte zum Teil wirklich traumatisierte Menschen und ich glaube nicht dass sie jetzt Therapie anbietet aber ich glaube er führt da einen ganz wichtigen Bedarf Und im ganz Kleinen, damit man auch mal sieht dass es nicht nur etwas ist für Leute mit Studium und irgendwo am Schreibtisch.

00:19:43: Ich habe auch mit einem Menschen gesprochen der auch ganz komplizierten Berufsweg mehrfach Migrationsgeschichte lebt aber mittlerweile in Deutschland im wesentlichen Überwach der Maschinen und muss Sorge tragen, dass Tabletten richtig in ihre Behältnisse gefüllt werden.

00:20:12: Und er hatte vom Mountainbiking her schon mehrere Sportunfälle hat es also immer sehr stark im Kreuz und die bisherige Regel in der Produktion war dort dürfen keine Stühle und keine Sitzgelegenheiten stehen.

00:20:27: das war die Regel was dazu geführt hat, dass er irgendwann mal fast ein halbes Jahr ausgefallen ist.

00:20:33: Dann wurde er langsam wieder integriert und ich weiß nicht warum von alleine keiner darauf gekommen ist.

00:20:38: aber er hat sich dann wirklich auf die Hinterbeine gestellt, hat angefangen zu telefonieren und rumzuklappern bis er von selbst erwirken durfte das ja dort zeitweise auf einem Stuhl sitzen darf.

00:20:51: also im Grunde hatte eine einen Präzedenzfall geschaffen.

00:20:55: und der Spannende dass die jetzt überlegen, das in den anderen Produktionslinien auch auszuweiten.

00:21:02: Also manchmal ist es auch nur ein blöder Stuhl der ihm aber dabei hilft schmerzfrei arbeiten zu können.

00:21:08: und jetzt wo der erste stuhl da ist gilt ja häufig die macht des faktischen dürfen wahrscheinlich andere leute irgendwann auch stühle hinstellen?

00:21:16: Da sieht man glaube ich auch wieder dieses element von brauchbarer illegalität.

00:21:19: also eigentlich war es nicht vorgesehen Aber einer stellt sich auf die Hinterbeine und dann ändert sich vielleicht auch im Kleinen das System.

00:21:27: Also manchmal ist Schock-Prafling einfach nur, ich kämpfe eigeninitiativ um einen neuen Stuhl und kann schmerzfreier arbeiten.

00:21:34: Das ist eine ganz andere Dimension.

00:21:36: Das heißt es muss nicht unbedingt mit ... Ich habe diese Stärken oder das ist für mich sinnstiftend sondern es kann auch was sehr bodenständig Pragmatisches sein, was die Arbeit erleichtert?

00:21:51: Definitiv!

00:21:53: Es gibt so ein schönes Modell, das ist nicht von mir.

00:21:56: Das habe ich nur mit Erlaubnis übersetzt und ein bisschen anders dann aber entlehnt.

00:22:02: Es gibt einen Menschen aus England oder eine neue Seelein.

00:22:06: Ich bin gar nicht ganz sicher.

00:22:07: Rob Baker heißt wer auf jeden Fall.

00:22:09: Der hat ein schönnes Buch geschrieben.

00:22:10: Das heißt Personalization at work.

00:22:14: Das gibt es leider nicht auf Deutsch Und dort arbeitet er mit so einem Jobcrafting-Rat, somit ist es auf Deutsch.

00:22:21: Das hat zu verschiedenen Ebenen.

00:22:23: aber einer von den Ringen von diesem Rat sind sozusagen die Dimensionen, auf denen man Jobcrafting zumindest theoretisch betreiben kann.

00:22:35: und wir fangen mal an mit etwas ganz Einfachem das wo der Arbeit.

00:22:40: also ich zum Beispiel du schreibst ja auch sehr viel Ich kenne deine Geflogenheiten nicht Ich schreibe fast ausschließlich in Cafés.

00:22:49: Ich würde fast nie auf die Idee kommen, zu Hause irgendwie zu schreiben sondern ich kann unglaublich gut schreiben wenn ich... ...ich habe im Café so ein bisschen was auf den Ohren gemurmel und auf den Augen aber es geht mich nix an!

00:23:03: Und in diesem da kann ich unglaublichgut schreiben während ich meine Steuererklärungen, selbstständigen müssen ja einmal im Monat Steuern irgendwie abgeben.

00:23:13: Das würde ich niemals in Kaffee machen weil da würde ich crazy werden.

00:23:17: aber das heißt es fängt mit so einfachen Fragen an darf ich in einem gewissen Rahmen mitbestimmen wo ich bestimmte Aufgaben erledige?

00:23:26: Weil es meiner Persönlichkeit entgegen kommt?

00:23:32: Dann gibt es das Wann.

00:23:34: Also wir haben wie gesagt als Selbstständige erst mal das Glück, dass wir meistens frei entscheiden können.

00:23:38: Aber ich habe auch bestimmte Dinge.

00:23:40: die mache ich nur morgens oder nur abends oder schreiben wenn des Kaffee zu ist mach ich wenn zu Hause gerne auch noch nachts also so seine eigenen Zeitfenster für verschiedene Dinge kennen und wenn die Arbeitgeber einem da entgegen kommen kann das eben auch sehr förderlich sein.

00:23:58: Also haben wir das wo der Arbeit?

00:24:00: Das wann der Arbeit Das was, haben wir ja im Bund schon besprochen.

00:24:05: Also welche Aufgaben habe ich in meinem Portfolio?

00:24:07: Was nehme ich auf?

00:24:08: Was darf ich vielleicht auch abgeben?

00:24:11: Dann gibt es noch die Dimension wer also mit dem arbeite ich?

00:24:16: weil wir alle kennen das.

00:24:17: Ja Wir mögen uns nicht alle gleich gut und Mit einem Karl Heinz bin Ich lieber auf geschicht als mit Thomas oder so.

00:24:24: dass heißt In dem Rahmen wie ich zum Beispiel Vielleicht Auf Mein Dienst deckt jetzt mal ich sitze hier in Bochum früher Zeche oder irgendwie Opelwerk.

00:24:34: Also in dem Rahmen, ich kann vielleicht die Arbeit nicht bestimmen.

00:24:37: Ich kann ja als einfacher Mitarbeiter nicht bestimme wie da der Opel übers Band läuft aber ich kann es vielleicht mitbestimmen, mit wem ich auf für Schicht bin.

00:24:46: und dann habe ich sozusagen menschliche Energie, die mich stärkt und die mich irgendwie begeistert weil ich eben mit einem Ali arbeiten darf und nicht mit einem Stefan, weil ich den Ali nun mal lieber arbeite.

00:24:57: also das ist die Wehrdimension.

00:24:59: Dann gibt es auch noch so etwas wie kognitives Job Crafting.

00:25:03: Da geht's ein bisschen in Richtung hier Simon Sinek.

00:25:06: und warum mache ich das eigentlich?

00:25:09: Also Stichwort stichte, ich scheine aufeinander oder baue ich eine Kathedrale.

00:25:14: also Ich kann meinen Job auf unterschiedlichen Ebenen mental konstruieren.

00:25:20: Und in dem Rad von den Rob Baker gibt's dann noch ne sechste Dimension.

00:25:23: die heißt auf Englisch Well.

00:25:24: Ich hab dir auf Deutschland einfach Wohl- oder Wohlbefinden genannt.

00:25:29: Also ich kann theoretisch kleine oder größere Veränderungen anstellen, um einfach meinen Wohlbefinden zu steigern.

00:25:34: Ich hadere aber ein bisschen mit der Dimension weil ich glaube das ist eher ein Ergebnis der anderen fünf ist.

00:25:39: Aber das heißt was wäre wo wann warum und dann?

00:25:44: all diesen Dimensionen kann nicht in allen Jobs gleich gut aber theoretisch etwas drehen.

00:25:53: Okay...das würde dann aber möglicherweise bei einigen, du sagst es ja schon.

00:25:59: Es geht nicht überall jetzt so die innere Stimme hochrufen.

00:26:04: Bei uns geht das nicht.

00:26:06: Also ich schreibe acht Stunden Code.

00:26:09: oder es gibt auch die Jobs wo man wirklich nur getrieben ist durch Routine hier da und die sagen dann mir oder dir kennst du bestimmt auch?

00:26:20: Da is kein Spielraum!

00:26:23: Was würdest du darauf antworten?

00:26:26: Also meine erste Antwort ist immer, es geht per Definition immer mehr als man gerade denkt.

00:26:32: Manchmal ist das nur ein oder zwei Prozent.

00:26:35: Das Interessante an Strukturen und Regeln ist ja dass die irgendwann so tun als wären sie Weltgesetze, als wären Sie in Stein gemeißelt.

00:26:46: Wenn ich über Jobcrafting Workshops oder manchmal auch in Vorträgen rede, dann lade ich die Leute im Grunde zu einem Gedankenexperiment ein.

00:26:56: Ich mache das mal eben hierhin kurz.

00:26:58: Ich lass die Leute ein paar Minuten aufschreiben.

00:27:01: Schreibt mal so eure acht bis zehn wichtigsten Tätigkeiten Projekte auf, die im Augenblick euren Job konstituieren.

00:27:12: So und natürlich ist das bei jemandem der entkreuzender arbeit hat es eine andere aggregationsebene als beim ceo aber so.

00:27:18: Bei mir war berthesmann wäre das früher gewesen.

00:27:20: ich habe Führung, ich hab verschiedene trainingprogramme, ich habe employer branding websites also die Baustelle die mein job ausmachen.

00:27:29: Maximal zehn damit man es einigermaßen beblicken kann.

00:27:32: und dann bittet hier leute so intuitiv aus dem bauch heraus diagnostik zu machen Auf einer Skala von eins bis zehn, was sind eigentlich meine Traumaufgaben?

00:27:42: Also acht, neun, zehn.

00:27:43: Was würde ich gerne behalten?

00:27:44: Was ist so in der Mitte und was sind die jetzt flurig einmal... ...was sind meine sogenannten Arschloch-Aufgaben?

00:27:49: also das ist eher sogar ein zwei drei was würd' ich loswerden.

00:27:53: Das schreiben die Leute dann immer so quick and dirty auf.

00:27:56: Und jetzt kommt der interessante Teil.

00:27:58: Ich bin ja eigentlich Metal Fan aber ich nutze zum Jobcrafting gerne einen Lied von Deichkind.

00:28:07: Deichkind haben ja sehr lustige, aber auch tiefsinge Lieder über Arbeit.

00:28:10: Eine Arbeit nervt und bügtig hoch und leider geil!

00:28:14: Die haben wir mal auf der vorletzten CD ein Lied das heißt Wer sagt denn das?

00:28:19: Eigentlich geht's da in dem Lied darum Dinge zu hinterfragen.

00:28:23: Wir werden heute den ganzen Tag mit Botschaften beschaltet im Internet.

00:28:26: wer sagt denn dass?

00:28:27: Und ich finde es total spannend wenn man das jetzt erweitert um wer sagt dann Dass Ich Das Machen Muss?

00:28:34: Und dann sage ich den Leuten im Vortrag oder in Workshops, nimm jetzt mal irgendwie eins von den Arbeitspaketen die du sehr, sehr niedrig gerankt hast.

00:28:45: Oder dir vielleicht nur drei oder weniger gegeben hast und dann geht das mal durch.

00:28:50: erste Frage ist wer sagt also wirklich ganz konkret wer sagt dass ich das machen muss?

00:29:00: Und da geht schon los weil Bandbreite der Antworten sehr, sehr groß ist und auch ich sag mal unterschiedlich Valide.

00:29:10: Also nehmen wir mal an hier wäre sehr valide dann wäre eine Antwort Ich bin der einzige es geht irgendwie um Gefahrgut Transport oder ich Bin der Einzige in meiner Firma mit der Zertifizierung der das machen darf Und deswegen liegt es bei mir.

00:29:32: Das würde ich sagen, das ist ein guter Grund und dann sollten... Also ich will die Leute ja nicht anstiften irgendwie das Gesetz zu brechen.

00:29:37: Das wäre hinreichend doof!

00:29:40: Hier ist irgendwo... ...das wurde irgendwann mal in einem Team-Meeting entschieden wo ich nicht da war dass ich das jetzt machen muss.

00:29:50: Und dazwischen is eine riesige Bandbreite von mehr oder weniger starken Gründen.

00:29:58: Es steht im meinem Arbeitsvertrag.

00:30:00: Meine Chefin hat mich darum gebeten.

00:30:03: Wir haben irgendwann mal im Team ausgemacht, dass ich das übernehme.

00:30:08: Dann sage ich okay ist es in Stein gemeißelt?

00:30:12: Ist das ein Gesetz?

00:30:14: geht die Welt unter wenn es anders ist?

00:30:16: also Ich will die Leute erstmal dazu anstiften dass sie zumindest ein Stück weit akzeptieren das meiste was in so einem Arbeitsportfolio drin ist ist da drin weil wir irgendwann ja gesagt haben oder zumindest nicht laut genug Nein gesagt haben.

00:30:34: und wenn die Leute sagen es steht immer am Arbeitsvertrag.

00:30:38: Okay, Arbeitsverträge kann man zumindest theoretisch umschreiben.

00:30:42: mit wem müsstest du darüber sprechen?

00:30:45: Aufgabenbeschreibung sind nicht die zehn Gebote.

00:30:48: Darüber kann man mit wemen musst du sprechen?

00:30:50: kannst Du vielleicht mit Kollegen einfach was durchtauschen?

00:30:53: das heißt Es geht bisschen darum, so dieses rebellische in den Menschen anzukitzen.

00:31:01: Erstmal zu sagen ich übernehme Verantwortung und ich übernehme auch Verantwortung dafür wenn es anders sein soll.

00:31:08: So!

00:31:09: Und dann kommt natürlich immer noch das rein was du gesagt hast.

00:31:12: Es gibt manchmal Kontexte wo's nicht anders geht.

00:31:17: Also nochmal gehen wir mal zurück zu Opel.

00:31:18: am Band Gibt sie hier gar nicht mehr?

00:31:20: Steht mittlerweile etwas anderes drauf.

00:31:21: Ich wollte sagen nur dass die gar nicht.

00:31:24: Nee, aber es gibt immer noch Haltestellen, Opelwerk und

00:31:28: die Geschichte.

00:31:30: Ich hatte tatsächlich mal ein Lebenspartner im Buch um, da gab's ja auch Nokia, Opeln... Da gabs ganz viel Industrie, aber nichts mehr, ne?

00:31:38: Ja doch, außer

00:31:39: Fiegel das Bier oder?

00:31:42: Also ich bin ja gar nicht so lange hier.

00:31:43: auf einem ist jetzt ein riesiges DHL Lager, aber Bosch hat sich zum Beispiel auch hier angesiedelt, sondern so eine IT-Tochter von Bosch.

00:31:51: also es passiert schon noch ein bisschen was.

00:31:53: Aber lange Rede, kurzer Sinn.

00:31:55: Wenn die Menschen vorschnell sagen das geht hier nicht dann sprechen sie meistens nur über die Aufgabendimensionen, über das was?

00:32:05: Also und es ist ja auch wichtig ich kann dich einfach mal sagen Ich mache an den Opel Corsa nur noch drei Räder oder so Dann ist der Kunde unzufrieden.

00:32:16: Dann muss man aber eben auf die anderen Dimensionen schauen.

00:32:20: Die psychologische Grundbewegung dahinter ist immer wieder zumindest ein bisschen mehr Autonomie reinzubekommen, also Arbeit heißt ja leider auch immer ganz viel Fremdbestimmung.

00:32:35: und je weiter ich sage mal es ist falsches Bild, aber geht weiter unten in der Hierarchie.

00:32:40: Je näher ich irgendwie an der Produktion oder am Kunden bin Desto weniger Autonomie habe ich in der Regel, weil ich alles kleinteilig vorgegeben bekomme.

00:32:51: Und gerade dann sage ich okay das akzeptiere ich aber dann müsst ihr eben schauen auf die weiteren Dimensionen.

00:32:58: Kann ich mir das Team aussuchen kann ich mir die Schicht aussuchen?

00:33:03: Kann Ich mitbestimmen wie der Pausenraum aussieht?

00:33:07: also jedes null Komma eins Prozent an autonomie ist aus meiner Sicht erstmal wertvoll und darum so ein Stück weit zu kämpfen.

00:33:17: Dazu möchte ich die Menschen anstiften, und übrigens auch Führungskräfte dazu animieren, die Menschen dazu einzuladen.

00:33:25: Also das ist ja nicht nur eine einseitige Geschichte sondern es hat ja ne wechselseitig Dimensionen

00:33:32: Genau, also da höre ich auf jeden Fall in dem Konzept einen Unterschied zu den am Anfang genannten Konzepten Bolz und so die eher sinnorientiert sind.

00:33:42: Also hier geht es ja wirklich um auch pragmatische Nutzung von Spielräumen.

00:33:48: was mir da einfällt... Ich bin fast ausschließlich im Wissensarbeitskontext unterwegs.

00:33:56: Da ist ja derzeit wirklich sehr, sehr viel Unruhe.

00:34:00: Also Stichwort nicht biologische Mitarbeiter!

00:34:03: Ich lerne auch gerade Nichtbiologische-Mitarbeiter ins Leben zu.

00:34:08: In

00:34:08: Begriff habe ich heute von dir zum ersten Mal gehört?

00:34:11: Also ich weiß, worum es geht, aber das Label habe ich das heute...

00:34:15: Es ist ganz interessant und ich sehe also ich mache da so einen Kurs und da sind halt auch wirklich Leute die haben das Ziel Ja, Mitarbeiter auch abzuschaffen.

00:34:27: Um nicht biologischen Mitarbeitern zum Beispiel Vertriebsmitarbeiter zu arbeiten.

00:34:32: und ich frage mich jetzt in dieser sich sehr stark also zumindest auf der Ebene der Wissensarbeit sehr stark verändernden Arbeitswelt da ist ja gar nicht mehr so viel Spielraum.

00:34:49: Also das liegt vielleicht auch an meinem naturell oder an dem Studium der positivem Psychologie.

00:34:57: Ich versuche ja immer erstmal optimistisch zu bleiben, das liegt aber übrigens auch daran dass ich schon mein ganzes Leben lang von Depressionen gebeutelt werde.

00:35:08: da kultiviert man eigentlich schon als Selbstschuss Optimismus weil ansonsten wird es düster.

00:35:14: Aus Sicht des einzelnen Menschen finde ich alles Richtung KI gerade erst mal sehr spannend weil es natürlich dabei helfen kann, die Anzahl der wie ich immer sage A-Punktaufgaben zu reduzieren.

00:35:36: Das heißt wir haben im Grunde des Potenzial uns von repetitiven langweiligen Dingen erst mal ein Stück weit zu befreien und dadurch mehr Zeit freizuschaufen vielleicht für interessantere Sinnstiften drauf.

00:35:57: Das ist zumindest das Potenzial, wenn das natürlich dazu führt dass sozusagen der ganze Job weggecraftet wird und das auch noch tausendfach oder millionenfach dann haben wir als Gesellschaft irgendwann ein Problem alleine schon mal eine Steuerzahl auf ihn.

00:36:18: ich glaube aber im Augenblick nicht wirklich Ich bin wirklich überhaupt kein Ex.

00:36:26: Also ich leh's so interessiert auf LinkedIn mit und sehe dann zum Beispiel im Augenblick, dass im Silicon Valley eigentlich fleißig wieder Programmierer eingestellt werden für wirklich horrende Gehälter also wo wir hier in Deutschland nur träumen können weil das aber trotzdem billiger ist als die ganzen KI Tokens zu bezahlen.

00:36:49: eine ökonomische Abwägen.

00:36:53: Von daher nochmal, also aus Sicht der einzelnen Personen finde ich da erstmal ganz viel Spannendes.

00:37:00: und nur ein ganz kleines Beispiel wieder aus meiner persönlichen Welt.

00:37:05: Ich habe gerade an einem Beitrag geschrieben für die Zeitschrift für Organisationsentwicklung, der soll irgendwann im nächsten Januar oder Februar erscheinen und hatte dazu auch acht Interviews geführt.

00:37:18: Und jetzt ging es darum... die Interviewpartner quasi einzuladen, jeweils ihren Teil noch mal gegen zu checken.

00:37:25: So früher hätte ich das alles händisch rausgesucht, hätte das irgendwie alles kopiert und dann die E-Mails losgeschickt.

00:37:34: Jetzt habe ich ein Projekt angelegt.

00:37:36: Ich arbeite mit ChatGPT weil ich bin nicht bei den coolen Leuten.

00:37:41: Wenn ich cooler wäre, wär' ich wahrscheinlich bei Claude... Also das

00:37:43: ist ja ein Wettrenne!

00:37:45: Erst Claude, dann wieder ChatGPP je nach Version.

00:37:48: Da kann man gar nicht.

00:37:50: Also ich bin dann so ein Gewohnheit hier.

00:37:52: Ich habe mit ChatGPT angefangen, ich hab mich da jetzt eingerichtet... ...ich lasse mich von anderen Leuten auslachen.

00:37:57: das ist ja mit dem Alter wird man auch ein bisschen

00:38:00: entspannt.

00:38:01: Ja!

00:38:02: Ich will einfach sagen.. Das hat jetzt zehn Sekunden gedauert ne?

00:38:06: Also ich hab in den Projekt gearbeitet und sage ChatGpT Bitte mache acht Word Dokumente jeweils mit dem jeweiligen Text von den Leuten und dann muss ich nochmal eben kurz die E-Mails rausschicken.

00:38:20: Hat mir aber mit Sicherheit irgendwie dreißigvierzig Minuten an Arbeit gespart, die ich sonst so händisch hätte machen müssen.

00:38:28: So!

00:38:28: Und diese Zeit kann ich wieder für etwas anderes aufwenden.

00:38:32: Wofür ich sie denn aufwende?

00:38:34: Ob ich einfach mehr Freizeit gönne oder ob ich über das nächste Buch nachdenke... Das ist ja noch mal.

00:38:41: Mir fällt an dem Punkt immer ein Zitat ein von einem Herrn Chris Boos, das ist so einer der deutschen KI-Pioniere.

00:38:54: Ich muss noch ein bisschen vorsichtiger werden weil er jetzt glaube ich auch mehrfach von der Staatsanwaltschaft belangt wird wegen Steuergeschichten aber... Also, Chris Boos hat eine Firma mit Gründern namens Arago und die hat schon relativ früh angefangen mit KI zum Beispiel Prozesse zu optimieren.

00:39:11: Und der wird zitiert mit einem Satz den ich sehr spannend finde wir haben bislang zweihundert Jahre Menschen beigebracht wie Maschinen zu arbeiten und jetzt wundern wir uns dass die Maschine das besser können.

00:39:30: Das heißt, ich finde KI und auch die bedrohlichen Aspekte sind eigentlich eine interessante Einladung um nochmal viel genauer zu überlegen.

00:39:41: Was ist eigentlich das das urmenschliche an Arbeit?

00:39:45: Und was ist vielleicht auch so urmenschlich dass es irgendwann nicht von einer KI ersetzt werden kann oder so, dass sie maximal unterstützt Menschen in den Callcenter zu setzen und Sätze vorlesen zu lassen.

00:40:04: Das ist ja, ich gehe jetzt mal ein bisschen ins Wärme, das ist ja auch per se keine gute Arbeit sondern dann nutzt du Menschen als Gesprächsroboter.

00:40:14: Und

00:40:15: dass das irgendwann dieses roboterhafte ersetzt wird durch KI, das is eben im Einzelfall sicherlich bedauerlich aber es ist gesamtgesellschaftlich wahrscheinlich sogar was was hilfreiches.

00:40:29: Ich hab mal... Ah, Bertelsmann hat mich vor ganz vielen Jahren mal ans Inzert in Frankreich geschickt hier an die eine der wichtigen MBA-Schulen.

00:40:40: Und wir haben da so ne Woche Executive Education bekommen.

00:40:43: und dann prachte der Professor am Anfang, er war auch schon ein bisschen so edgy ...und es war einen Tag über Finance!

00:40:50: Der hat uns seine Aufgabe gestellt, die lautete singemäß wenn ein Bauer mit einem Traktor Die Arbeit in der gleichen Zeit von von hundert Bauern ohne Traktor machen kann.

00:41:04: Was ist denn der Wert vom Traktor?

00:41:07: Und wir haben alle angefangen, wir wollten irgendwie irgendwas ausrechnen und er hat uns eine halbe Stunde gewähren lassen sagt irgendwann naja langfristig neun neunzig Leute die was anderes machen können.

00:41:20: Und da die zeit dazwischen Das gab es ja auch schon damals bei den Maschinen.

00:41:26: Die Zeit dazwischen ist immer große, große Aufruhe aber in der Theorie also sind danach immer neue andere Jobs entstanden und jetzt sagen manche Leute jetzt bei KI das ist aber ganz anders.

00:41:43: ich glaube das nicht.

00:41:44: Ich glaube dass die Leute langfristig Arbeit haben werden andere Arbeit.

00:41:49: Aber jetzt leben wir natürlich gerade in der Zeit des Aufruhes.

00:41:52: aber ich bleibe erstmal positiv.

00:41:55: Aber ich würde noch mal ein Gegenbeispiel bringen zu der positiven Entwicklung, aber vielleicht ist sie dann am Ende doch wieder positiv.

00:42:02: wenn man jetzt zum Beispiel schreiben nimmt.

00:42:05: Du schreibst, ich schreib und natürlich lässt sich einiges – es gibt dich weiß nicht ob du diese Döpfnerkolumne mal gelesen hast die relativ gut gepromptet war.

00:42:18: in der Welt war das also man kriegt es auf ein einigermaßen hohes Niveau Ja.

00:42:26: Wo man dann auch nicht mehr richtig unterscheiden kann, ist das jetzt Mensch?

00:42:30: Ist es Nichtmensch?

00:42:31: und ich frage mich so ein bisschen du schreibst ja auch Bücher.

00:42:36: der Buchmarkt ist derzeit geflutet von... Ich würde sagen schrecklichen Content Müll was den Leuten die Entscheidung immer schwerer macht und das ist auch eine Entwertung.

00:42:52: also Ich finde, das Beispiel Schreiben zeigt es vielleicht schon.

00:42:59: Ja also diese... Übrigens spannend.

00:43:04: ich habe vor ein paar Tagen eine Studie gelesen allerdings auch nicht in der Tiefe wo es genau darum ging.

00:43:12: also mittlerweile kommen die haben sich nur angeguckt Fach- und Sachbücher als eBook auf Amazon Und dass das in den letzten Wochen und Monaten natürlich extrem angezogen ist.

00:43:25: Ich habe jetzt die Zahl nicht mehr im Kopf, aber ich glaube jetzt werden jeden Monat zehnmal so viel publiziert wie ...

00:43:31: Es ist Wahnsinn!

00:43:32: Also ich glaube wenn man mit einem Buch mal auf Platz dreihunderttausend stand es ist heute nicht mehr das gleiche wie vor fünf Jahren.

00:43:41: Das ist ganz krass

00:43:44: Auf jeden Fall.

00:43:44: Und dann haben diese Bücher, das weiß ich eben nicht im Detail aber nach einem bestimmten Schema nach Qualität bewertet und die Quintessenz war es gibt natürlich viel viel viel Müll als hoher.

00:43:57: Aber die Bücher die sie am besten bewerteten Die besten tausend waren tatsächlich qualitativ auch noch mal besser als das was früher publiziert wurde.

00:44:07: Also die Qualität an der Spitze ist hochgegangen.

00:44:11: Man muss natürlich nur viel mehr in dem Müllberg suchen, das ist schon ein Problem.

00:44:18: Ich will es mal so sagen ich habe jetzt im August in den Ferien spontan noch einen Buch geschrieben also dieses hier der Arbeit à la carte worüber wir jetzt ja so implizit mitsprechen.

00:44:32: Das hab' ich ganz normal gestehen und das ist jetzt gerade im Lektorat.

00:44:35: Und dann war es so, dass meine Partnerin eine Woche mal richtig flach gelegen hat.

00:44:40: Die hatte eine Eiseninfusion bekommen und hat das überhaupt nicht gut vertragen... ...und hatte dann eine Woche lang Symptome wie richtig schwer Covid ist auf den Husten.

00:44:50: Aber wer die jetzt flachgelegen?

00:44:52: Ich hatte im August nicht groß Termine, ich hatte ein bisschen Langeweile.. ..und habe dann einen Thema wieder aufgenommen was vor zwei Monaten mal aus einer Laune herausgestanden ist.

00:45:01: Und zwar bin ich zu ihr nach Bochum gezogen.

00:45:04: Ich bin leider komplett unpraktisch veranlagt.

00:45:07: Also ich kann nix... ...ich baue keine Möbel auf, weil sie dann nicht gerade stehen und ich repariere nichts.

00:45:13: Sie hatte aber Freunde eingeladen hier zum Renovieren!

00:45:17: Weil bei ihr ist auch vor ein paar Monaten der Mann ausgezogen und sie wollte so'n bisschen ihren Ex-Mann aus der Wohnung rausrennovieren.

00:45:25: Und dann hat er sich Freunde hier und das geht ja auch so'nen bisschen Richtung Jobcrafting.

00:45:29: Ich hab mich jetzt gefragt was kann ich denn hier machen?

00:45:32: Außer dumm rumstehen, weil ich bin echt keine große Hilfe.

00:45:37: Ich hab mir überlegt was kann?

00:45:38: Ich bin relativ groß und stark also ich kann ja schleppen.

00:45:41: Neues Laminat möchte nicht verlegen aber ich kann das als Laminad runterbringen.

00:45:44: Ich kann das neue Laminade aus dem Keller holen.

00:45:47: Ich kan den Leuten ihre Werkzeuge anreichen, ich kann die Getränke anreichen Und dann bin ich aber die ganze Zeit Treppen rauf und runter gelaufen Weil es gibt hier keinen Fahrstuhl und mein Gehirn war so auf Leerlauf Und irgendwann war der Gedanke da, ja was mache ich denn jetzt eigentlich?

00:46:05: und dann war dieses eine Wort im Kopf.

00:46:07: Ich bin der Zeugbringer!

00:46:09: Ich bringe den Zeugen ihr Zeug und dann bring' ich das alte Zeug weg.

00:46:14: Jetzt kommt eben natürlich so etwas rein wo ich glaube dass kann zum Beispiel eine KI noch nicht... Ich bin nun mal leidenschaftlicher Heavy Metal-Hörer.

00:46:24: In vielen Bereichen des Heavy Metals wird ganz viel mit Material aus nordischen Sagen gearbeitet, Loki, Odin und so.

00:46:32: Auf einmal war der Gedanke im Kopf Zeugbringer.

00:46:35: das klingt doch irgendwie wie eine alte Sagenfigur.

00:46:39: Und noch während ich da auf der Treppe Laminat geschleppt habe, hab' ich mal kurz ne Pause und hab' Chatchi Pity gesagt.

00:46:48: Erzähl mir mal die Legende vom Zeugbringer.

00:46:51: Und ich hab relativ wenig geprompt, ich habe nur gesagt mach das mal so als wäre das eine Figur aus der nordischen Götterwelt und erzählen wir mal ein bisschen was um mir die Zeit beim Laminatischleppen zu vertreiben.

00:47:02: Und ShedGPT hat von alleine entschieden, das habe ich nicht gesagt dass es lustige Geschichte werden soll, so ein bisschen so Terry Pratchett-mäßig.

00:47:12: Und auf einmal war dieser Gedanke da und dann war die Legende vom Zeugbringer.

00:47:17: Und dann habe ich angefangen zu überlegen, welche anderen Figuren aus der jetzigen Welt könnte man den noch nach Asgard bringen?

00:47:24: Weil es gibt immer einen, der sich verpisst wenn die Arbeit ansteht.

00:47:28: Einen, der immer im Weg steht ohne dass es... Auf einmal waren so fünftzehn, sechzehnt, siebzehn Figuren da Und dann, zwei Monate später in der Woche als ich so viel Zeit hatte, habe ich wirklich mit ChatGPT so als Co-Autor angefangen dieses Buch herunterzuschreiben.

00:47:45: Das hat jetzt hundertfünfzig Seiten und ich weiß nicht ob das jemals erscheint.

00:47:48: Mein Punkt ist ... ChatGPPT hat mir massiv dabei geholfen.

00:47:53: Irgendwann weiste auf einmal gar nicht mehr... Also ich fand es total spannend!

00:47:57: ChatGDP hat mich lekturiert.

00:48:00: Ich hab aber auch später auch ChatGPD lektoriert Und irgendwann habe ich mich mit ChatGPT darum gestritten, der jetzt eigentlich die besseren Pointen hatte.

00:48:07: Das ist total verrückt!

00:48:08: Der langen Redekürzer Sinn?

00:48:10: Ich glaube nicht dass ChatGPP je auf die Idee kommen würde... ...die Legende vom Zeugbringer zu erfinden.

00:48:18: Das is immer noch eine Leistung, die der Mensch erbringen muss und bei der Erstellung kann es dann helfen.

00:48:26: Das heißt man könnte im Positiven Sinne auch sagen Originalität Also wirklich neuartige Gedanken oder zumindest ganz neuartigere Kombinationen.

00:48:38: Das wird immer wichtiger und der Rest geht immer mehr im Einheitsbrei unter, den es natürlich auch gibt!

00:48:46: Das ist auch mein Fazit.

00:48:48: Also im Grunde ist man gezwungen, auch anspruchsvoller zu werden und man kann natürlich KI als Werkzeugmacher oder so nutzen.

00:49:00: Ich kenne zum Beispiel auch jemand der Literatur schreibt und das lässt sich nicht schreiben sondern es ist eher das Challengen.

00:49:11: des eigenen Stils noch besser zu werden, aus verschiedenen Perspektiven zu gucken.

00:49:16: Und das würde ich sagen ist sicherlich ein Mehrwert aber trotzdem ein bisschen open end so aus meiner Sicht wie sich das entwickelt ob sich da so dass raus kristallisiert Ich glaube der Löwe Verlag macht zum Beispiel KI frei Ob dadurch auch ja vielleicht neue Märkte erobert werden können, schwer zu sagen.

00:49:43: Also bei Penguin Realm House ist es auch so.

00:49:46: oder wurden meine Heavy Metal Bücher verlegt worden.

00:49:47: aber vielleicht noch ein Gedanke um den ganzen einen positiven Twist zu geben zumindest erstmal aus meiner Perspektive.

00:49:55: das Buch was jetzt gerade im Lektoratist des Elfte wenn man die Doktorarbeit mitzählt ich habe aber bisher bis auf ein Kinderbuch was sich mit heavy metal beschäftigt hab ich nur nonfiction geschrieben.

00:50:10: Also Sachbücher im weitesten Sinne und ich hätte von mir selbst auch immer gesagt, ich bin... Ich kann keine Romane oder keinen Fiction schreiben.

00:50:20: das ist mir nicht gegeben oder ich bin vielleicht nicht kreativ genug.

00:50:24: Das spannende ist dass dieser ursprüngliche kleine Impuls von ChatGPT mir eigentlich erstmal den Impuls gegeben hat.

00:50:34: naja vielleicht doch!

00:50:37: Vielleicht brauche ich ja nur ein bisschen Hilfe und Stimulation von außen.

00:50:40: Und auf einmal habe ich erstmal über mich selber geglaubt, naja vielleicht kann ich ja schon ein bisschen Fiction schreiben.

00:50:48: also ich brauch da eigentlich einen kleinen Arschtritt von der Maschine um mein Selbstkonzept weiterzuentwickeln.

00:50:55: das finde ich ja hochgradig spannend daran.

00:50:58: Das finde ich übrigens auch, da fällt mir ein... Also ich hatte mal vor vielen Jahren ... Creative Writing.

00:51:05: Und dann hat mir die Trainerin gesagt, ich würde ja total rumspinnen und hätte eine furchtbare Fantasie

00:51:12: usw.,

00:51:12: da habe ich das Ganze irgendwie auch Ad-Actor gelegt.

00:51:14: Also eigentlich bis heute.

00:51:18: Aber was ich auch von Kunden zum Beispiel höre ist dadurch dass du nicht niedergemacht wirst und umgekehrt kannst du auch... Ich arbeite öfter mit Claude aber ich mache auch Chatty, bitte!

00:51:30: Kannst du ja auch relativ ungefilter darfst du kritisch sein, es ist niemand beleidigt und umgekehrt.

00:51:38: Dadurch kannst du glaube ich was du sagst dein Selbstkonzept leichter entwickeln wenn du's richtig nutzt.

00:51:44: Ich glaub das ist vielleicht wirklich ein Punkt.

00:51:49: Aber

00:51:49: man muss wissen wie!

00:51:53: Und bevor ich zum praktischen Teil komme vielleicht noch eine Frage die mir in der Seele weiß ich nicht, ob die Bühne brennt.

00:51:59: Aber was ich halt so relativ oft höre auch von jüngeren Leuten... Ich habe ja auch einen Sohn der ins Berufsleben eingetreten ist.

00:52:08: Man isst dann in einer Firma und man hat für andere sichtbare Stärken.

00:52:13: Man kann Dinge!

00:52:14: Man kann zum Beispiel KI-Agenten bauen, weil ich hier zufällig Wirtschaftsinformatik studiert hab usw.

00:52:20: Zufälligt kann ich da.

00:52:21: Dann setzen sie dich auf diese Stellen und du willst die eigentlich gar nicht?

00:52:27: Weißt du, man sieht in dir Stärken die aber gar nicht das sind was du von Innen her gerne machst.

00:52:33: Du möchtest vielleicht viel lieber mit Leuten reden oder in der Gastronomie arbeiten oder was auch immer und an dieser Stelle stelle ich mir das schwer vor mit dem Job Crafting weil die sehen ja oh ne.

00:52:44: also sagen wir mal KI-Agenten bauen ist teurer als... ...in der Kantine arbeiten!

00:52:51: Ja

00:52:52: Aber das erfüllt ein Herz.

00:52:54: So was machst du?

00:52:56: Das erlebe ich sehr häufig.

00:52:57: Was machst du, wenn das so ist?

00:53:00: Das ist tatsächlich natürlich nicht nur etwas was das Thema Jobcrafting berührt sondern sind wir generell bei Karriereorientierung und Karrierstrategien.

00:53:11: Ich finde es unglaublich wichtig Und ein wichtiger Baustein innerhalb der positiven Psychologie ist auch das Thema Stärkenorientierung aber auch stärkendiagnostik.

00:53:22: also es wurden da verschiedene Testverfahren entwickelt und ich bin ein großer Freund davon junge Menschen möglichst schnell mal durch eine stärken Diagnostik zu schicken.

00:53:36: Dazu muss man jetzt verstehen, dass ... den Unterschied hast du ja gerade schon schön aufgemacht.

00:53:42: Stärken in der Psychologie oder zumindest in der positivem Psychologie heißt eben grade nicht.

00:53:47: Ich kann etwas gut das wäre ja Kompetenz oder Skill sondern eine Stärke ist etwas, was sozusagen in mir angelegt ist und was mich durch Nutzung also auf Englisch sagen wir strength use quasi von Innen heraus stärkt.

00:54:06: Das heißt da wo ich durch meine Stärken arbeite erlebe ich mich als authentisch, erlebe Ich mich als energetisiert und es geht ja so immer um die starken Nutzungen.

00:54:16: und Stärkens haben das einfach so wie eine App die ich mal irgendwann für dreieinhalb neunzig runter geladen habe und diese von meinem dritten Startbildschirm.

00:54:23: Ich weiß gar nicht mehr, dass ich sie habe.

00:54:26: Und ich glaube eben gerade bei hoch motivierten sehr sehr fleißigen Menschen kann das passieren?

00:54:33: Ich merke am Anfang, ich gehe irgendwo in eine Firma rein, kann etwas gut kriegt dafür vielleicht auch noch gutes Feedback, krieg vielleicht auch irgendwie ein Bonus also externe Verstärkung.

00:54:44: und natürlich sagen meine Chefs und Chefinnen der ist gut Also geben wir dem noch mehr davon.

00:54:51: Und das ist nämlich genau das, was du beschreibst.

00:54:53: Das ist wunderbar ein Weg mittelfristig in den Burnout weil ich kann es gut Ich mach da viel von Aber es gibt mir von innen heraus nichts.

00:55:03: und ich denke jeden Abend und langfristig ist es sein Weg wo man sagt Mensch war vielleicht dann mit mit sechzig mega erfolgreich erkennt aber irgendwann ich habe eigentlich an mir vorbei gelebt Und ich spreche da auch aus eigener Erfahrung.

00:55:19: Ich habe wie gesagt damals aus Karriereerwägung dann gesagt, ich bin zur Psychologe aber ich schreibe meine Doktorarbeit über Controlling.

00:55:26: Ich hab Gott sei Dank danach den Absprung wieder... Also nichts gegen Controlling!

00:55:31: Controlling ist super für andere Menschen.

00:55:35: Erst mal, ich habe wirklich gelitten in der Zeit der Doktor Arbeit und ich bin ja sowieso so ein bisschen auf der depressiven Seite und wenn dann noch so Lebensumstände dazukommen wird das natürlich angefeuert.

00:55:48: Wichtig ist.

00:55:49: trotzdem habe ich mit Summa Cum Laude abgeschlossen, weil wenn ich mich dahinter klemme bin schlau genug.

00:55:54: Ich kann hart gegen mich selbst sein dann wird es auch was Wahrscheinlich wäre ja auch ein passabler Controller geworden aber wahrscheinlich ein Passabel vollkommen unglücklicher Controller.

00:56:04: und deswegen finde ich muss man sehr sauber zwischen Skills Kompetenzen und den eigentlichen authentischen Stärken unterscheiden.

00:56:14: Und von daher, wenn ich zum Beispiel Menschen im Coaching habe.

00:56:20: Nicht dass sich immer aus der Job-Craftingbrille heraus.

00:56:23: Aber gerade so Leute, so Mitte, Ende, Vierzig... So dieses Ja!

00:56:29: Ich bin eigentlich erfolgreich und eigentlich ist auch alles gut aber irgendwie nicht mehr so.

00:56:35: Das ist für mich meist ein Hinweis.

00:56:37: wir gucken mal durch diese Job- Crafting Brille mit denen mache ich fast immer auch stärken Diagnostik Weil dieses... Also es gibt zum Beispiel in der Positiven Psychologie ein Stärkensystem aus vierundzwanzig Stärken, die sogenannten VIA-Stärken.

00:56:53: Das steht für Values and Action.

00:56:56: Da gibt's z.B.

00:56:56: eine drin, die heißt Liebe geben und nehmen können!

00:57:01: Und ich finde das ganz wunderbar wenn du dann vielleicht einen hartgesottenen kaufmännischen Leiter bei einem Mittelstände hast, der auf einmal hört aber eigentlich möchte ich Liebe geben.

00:57:11: Das erzeugt eine Menge an positiver Irritation und dann kann man darüber sprechen.

00:57:16: So, was danach passiert nach dem Coaching?

00:57:21: Es fängt aus meiner Sicht immer erst mal mit Gesprächen an.

00:57:25: also Job Crafting heißt eigentlich immer mit Menschen ins Gespräch kommen.

00:57:31: wenn ich Führungskraft bin, kann ich vielleicht bestimmte Führungsaufgaben an meine Mitarbeiter und Mitarbeiter delegieren.

00:57:40: Kann ich mir von denen etwas zurückholen?

00:57:45: Noch mal, mit wem muss ich sprechen.

00:57:46: Muss sich mit meinen eigenen Vorgesetzten sprechen und muss sich mit der Personalabteilung sprechen.

00:57:50: Es fängt immer erst einmal an mit der Erkenntnis da sind Dinge die mich unzufrieden machen und andere Dinge die nicht zufriedener machen würden und überhaupt erstmal zu akzeptieren dass das nicht den Stein gemeißelt ist und dann in den Dialog darüber zu gehen.

00:58:04: Das ist aus meiner Sicht der Anfang.

00:58:07: Einmal in aller Kürze eigene Geschichte.

00:58:10: ich war bei Bertitzmann.

00:58:12: Ich war höhere Führungskraft, ich hatte ziemlich viele Millionen Euro an Budget in meiner Rolle und dann Team und Agenturen drum herum Und habe mir damals gesagt viel Millionen Euro ist viel Geld.

00:58:25: Ich komme aus einem kleinen barmten Haushalt.

00:58:28: so viel Geld das ist Chefaufgabe Das muss sich selber verwalten.

00:58:32: diese vielen Millionen Euro Budget waren dummerweise verteilt auf siebzehn Kostestellen.

00:58:37: Das heißt, ich habe an jedem Monatsanfang eine Mail bekommen aus dem Controlling mit siebzehn ekelhaften Exotabellen.

00:58:45: Wo gesagt wurde du hast jetzt eine Woche Zeit darauf zu reagieren?

00:58:50: Ansonsten ist das eingelockt und dann musst du dafür gerade stehen für die ganze Buchung.

00:58:54: Und dann ist es original so passiert.

00:58:56: Ich stand irgendwann mal, weiß nicht wann das war, zwei Tausendsechzehn oder so, stand dich mit einer ganz jungen Mitarbeiterin in der Kaffeeküche Jüngste Mitarbeiterin in meinem Team die war gerade.

00:59:07: Zweiundzwanzig, die kamen grade aus der duale Ausbildung.

00:59:10: sehr smart sehr engagiert aber eben noch jung.

00:59:14: und dann wie geht's dir was machst du?

00:59:17: hab ich wahrscheinlich gesagt so ich mach hier wieder gerade muss wir wieder extra kostenkontrollung machen.

00:59:23: und sie sagte wirklich sie hat sich das so angehört.

00:59:26: sie sagte gibt mir das doch.

00:59:30: Dann ist mir das Gesicht runtergefallen, weil für mich war es eine extreme Arschloch-Aufgabe.

00:59:36: Ich hatte keinen Bock darauf nach der Doktorarbeit und Controlling.

00:59:40: Gibt mir das doch?

00:59:41: Und meine erste Reaktion war original wieso ich mag dich doch!

00:59:47: Also wieso sollte ich dir das geben wenn das doch so ne bescheuerte Aufgabe isst.

00:59:52: aber Menschen sind ja unterschiedlich und das einen Traumaufgabe ist das anderen.

00:59:58: und dann hat sie gesagt nee Ich mache das auch nicht ganz gerne.

01:00:00: Ich mach gerne Axel, ich mach gerne Planung, Wasserfahrtschatz und dann habe ich gesagt okay, ich überlegs

01:00:07: mir.".

01:00:08: Und der nächste Schritt war aber eigentlich für mich eine Art interne Umstrücke.

01:00:12: also darf ich die Hoheit über viele Millionen Euro Geld an eine junge unerfahrende Mitarbeitung bzw.

01:00:22: unter welchen Rahmenbedingungen geht es?

01:00:26: Und eigentlich musste ich erstmal in meinem Kopf meine Aufgabe, ein Stück weit neue Rahmen zu sagen.

01:00:32: Ich kann die Aufgabe des Was abgeben, kann natürlich aber trotzdem weiter verantwortlich dafür zeichnen.

01:00:39: und dann habe ich mich mit der Mitarbeiterin irgendwann zusammengesetzt.

01:00:43: Wir machen das jetzt.

01:00:43: Ich zeig dir jetzt zwei, drei Mal wie es geht!

01:00:46: Und dann nimmst du den ganz klarer Datsch und wenn ihr nichts mehr von dir höre, dann ist alles gut.

01:00:50: Dann setzen wir uns im Herbst zusammen und machen dann die Planung fürs nächste Jahr.

01:00:55: Und sie war garantiert die einzige Mitarbeiterin mit Zweiundzwanzig, Dreiundzwanzig Jahren.

01:01:00: Mit Budgethoheit über viele Millionen Euro.

01:01:04: Ich bin zwei Tage Arbeit pro Monat losgeworden.

01:01:07: Jetzt kommt der spannende.

01:01:08: Da haben wir noch gar nicht darüber gesprochen.

01:01:11: Die Lisa so ist.

01:01:12: die hat natürlich neue Aufgaben hinzubekommen Der hat ja vorher auch was gemacht.

01:01:17: Das heißt dort haben Wir dann einen schleichenden Übergang von der Rollen Entwicklung zur Teamentwicklung Weil ich natürlich mit dem Team darüber sprechen musste, die Lisa macht jetzt hier das Controlling.

01:01:29: Dafür kann sie vielleicht bestimmte anderen nicht mehr machen.

01:01:33: wer von euch kann den möglicherweise Bausteine von der Lisa übernehmen?

01:01:37: oder damals ging es noch nicht aber heute können wir das eine KI auslagern haben wie ein intern Dienstleister.

01:01:44: das heißt auf einmal kommst du von der Rollenentwicklung in so eine schleichende Teil selbst gesteuerte Teamentwicklung.

01:01:52: Und wenn du das weiter denkst, dann kommst du von der Teamentwirkung irgendwann zur Abteilungsentwickling und vielleicht sogar zur Teil selbst gesteuerten Organisationsentwicklungen.

01:02:02: also da hängt noch eine ganze große Welt für mich mit dran.

01:02:07: Total!

01:02:07: Ich glaube, da gibt es auch viele interessante Konzepte.

01:02:12: Wir kommen aber jetzt so Richtung Ende und du hast schon mal einen praktischen Teil eingebaut mit diesem Koordinatenkreuz.

01:02:19: Und ich durfte ja nicht alles von deinem Buch lesen, aber irgendwo steht noch was mit GDR oder keine Ahnung.

01:02:27: Hast Du noch irgendwas Praktisches für die Zuhörerinnen und Zuhöerer?

01:02:34: Ja also mir macht es ein bisschen einfacher weil das JDR-Modell ist wieder eine riesengroße eigene Welt.

01:02:41: Ich bin ja ein

01:02:42: Freund.

01:02:42: Dafür

01:02:42: muss man das Buch kaufen?

01:02:44: Nee, dafür kann man auch... Also einmal ganz kurz JDR steht für Job Demands Resources Model oder Theorie und es ist eine eigene große Meta-Theorie in der Arbeits- und Universumstychologie.

01:02:59: da gibt's wahrscheinlich mittlerweile zwanzig, fünfundzwanzigtausend Artikel zu.

01:03:03: Von daher ist das eine eigene große Welt.

01:03:06: Da würden wir jetzt, glaube ich, deinen Hörer in den Unrecht tun, das einfach nur mal so dahin zu klatschen...

01:03:12: Wir verlinken einen Hinweis wo man nachlesen kann!

01:03:15: Ja

01:03:15: kommt tatsächlich viel aus Holland.

01:03:18: Arnaud Bakker also.

01:03:21: in Rotterdam wird er sehr stark dran geforscht.

01:03:25: Ich würde es ein bisschen einfacher machen.

01:03:29: Ein Stück weit das was ich eben schon mal angeregt habe.

01:03:33: für mich fängt immer wenn ich erstmal nur bei mir bin meine rolle wirklich beinahe ehrlichen bestandsaufnahme also wirklich einmal möglichst gut hinschauen.

01:03:43: Was mache ich eigentlich den ganzen tag?

01:03:44: und lustigerweise wissen dass die meisten leute nicht.

01:03:47: ich hab ein beispiel in dem buch von einem Professor, einem Mediziner für Neurologie.

01:03:56: Der leitet an der Charité eine Klinik.

01:03:59: Der ist doch schon ganz weit oben und hat alle Freiheiten!

01:04:02: Der hat das wirklich mal sechs Wochen ganz akribisch protokolliert.

01:04:07: Wie verbringe ich eigentlich jeden Tag meine Zeit?

01:04:11: Und hat dann wirklich so ein Excel-Schema aufgestellt... ...hat den Tätigkeiten noch so Gewichte gegeben.. ..und hat darüber gemerkt, dass finde ich ganz spannend.

01:04:21: Ich bin eigentlich viel zu wenig Arzt.

01:04:25: Ich mache eigentlich viel so viele Dinge, die mir das Gefühl gehen dass ich gar kein Arzt mehr bin und der kämpft im Augenblick wirklich darum sich zwei drei Stunden pro Woche wieder zurückzuholen um sich überhaupt wieder mehr als Mediziner und nicht als Verwaltungsangestellter zu fühlen.

01:04:43: also da greife.

01:04:43: aber ich würde damit sagen Das muss man jetzt nicht so akribisch machen wie der Kollege, aber diese Bestandsaufnahme mal möglichst ehrlich.

01:04:52: Womit verbringe ich eigentlich die Zeit?

01:04:55: und dann Handausherz?

01:04:57: Was davon sind eigentlich Keeper was möchte ich behalten?

01:05:01: Was ist Solala und was sind die Art?

01:05:03: Punkt Aufgaben?

01:05:05: das würde für mich wenn man sich bewusst damit auseinandersetzen möchte immer am Anfang stehen Wenn jetzt Führungskräfte und Kräftinnen zuhören.

01:05:18: nach dieser Geschichte mit der Lisa, die ich gerade jetzt hintergehe.

01:05:21: Mit den Controlling-Aufgaben habe ich dann irgendwann erkannt wie wertvoll das ist also für mich als Führungskräfte natürlich auch fürs Team.

01:05:28: Und dann hab' ich sozusagen so ein Mini Prozess daraus gemacht.

01:05:32: und zwar sah es so aus dass sich mein Leuten meist zu Weihnachten gesagt hat passen wir geht jetzt in die Weihnachtsferien.

01:05:39: Am besten ist es, wenn ihr gar nicht an Arbeit denkt oder nur ganz wenig.

01:05:43: Also habt einen schönen Urlaub!

01:05:44: Aber es gibt ja meist so diese Tage, siebenzwanziger Dezember bis Silvester Mittags.

01:05:51: Diese Vier- und ein halb Tage fühlen sich am meisten an wie zwei Jahre weil er ist nichts... Und wenn ihr da mal Lust habt zwischendurch kurz über Arbeit nachzudenken dann hätt ich eine Bitte an euch und zwar geht man das vergangene Jahr durch was habt ihr gemacht?

01:06:07: Meist wissen wir ja auch schon so ein bisschen wie das neue Jahr aussieht und dann schreibt ihr.

01:06:13: Einfach nur kurz auf den Zettel wenn ich, wenn nicht sozusagen eine Fee hätte die mir Wünsche erfüllt drei Dinge Projekte Themen die ich im neuen Jahr gerne gar nicht mehr oder idealerweise weniger hätte also kontrarchieren des Job Crafting aber auch drei Dinge Wo ich sage, aus irgendeinem Grund hat der Nico mal entschieden oder vielleicht seinen Vorgänger.

01:06:37: Das liegt nicht bei mir.

01:06:39: Also irgendwas was ich gerne neu in mein Portfolio hineinziehen möchte und diese individuellen Wünsche habe ich dann Anfang des neuen Jahres jeweils mit den Leuten erst im Einzigespräch besprochen auch so ein bisschen Erwartungsmanagement also das können wir vielleicht leicht umsetzen dass ein bisschen Arbeit und sorry da können wir auch extra machen weil dann fliegt uns ja alles auseinander Und dieser einzelnen Wünsche haben wir dann immer noch früh im Jahr in einer Team- und Abteilungssitzung quasi überführt.

01:07:07: Manchmal, auf einmal merkst du einfach nur zwei Leute eine Sache austauschen?

01:07:12: Beide glücklicher ist nun niemand vorher drauf gekommen weil wenn ich darüber geredet habe das wäre für mich so ne niederschwellige Einladung über Jobcrafting nachzudenken aus der vorgesetzten Rolle.

01:07:23: da bin ich also ein großer Fan davon.

01:07:26: Ich hab den Leuten vorher gesagt pass auf ihr seid intelligent.

01:07:28: es muss legal sein Es muss budgetär irgendwie halblich.

01:07:32: also scheidet eure Birne ein.

01:07:33: Wir sind hier nicht im Schlaraffenland ist kein Ponyhof, es muss immer noch den dienstlichen Zweck erfüllen.

01:07:39: wir haben Ziele aber im Rahmen dessen bin ich als euer Vorgesetzter bereit über alles zu reden und begreife es auch als mein Job das möglich zu machen.

01:07:50: Und ich würde sagen rückblickend Ich habe jetzt keine Strichlist gefühlt Aber über die Jahre würde ich sagen haben wir so Siebzig Prozent der Wünsche ganz oder teilweise erfüllen können und natürlich andere Dinge auch nicht.

01:08:04: Es gibt immer einen Bodensatz an Aufgaben, der lässt sich nicht weggraften.

01:08:09: es gibt auch immer ein Bodensatz an Aufgabem.

01:08:11: die finden alle doof.

01:08:13: Die muss man dann gerecht und fair über die Zeit an die Menschen verteilen inklusive vorgesetzter übrigens das wird manchmal vergessen.

01:08:23: Ja, sehr coole Idee.

01:08:24: Sehr praktisch hilfreich und passt auch so ein bisschen weil wir ja jetzt in das letzte Quartal gehen.

01:08:31: also sehr schön.

01:08:33: Vielen Dank Nico!

01:08:34: War eine ganz tolle Anregungen Und auch Vertiefung über Jobcrafting.

01:08:40: Ich glaube ich habe jetzt einen Bild davon.

01:08:42: Und ja Dein Wort du hast das letzte Wort.

01:08:48: Ich sag dass was ich am Anfang schon mal gesagt hab.

01:08:53: Also lieber Hörerinnen und Hörern, wenn ihr das jetzt gehört habt.

01:08:55: Und damit anfängt... Ich lade die Leute meinen fangt an eure Vorgesetzten zu nerven!

01:09:02: Es ist ein gutes Zeichen für den Vorgesetzte, wenn er oder sie sich davon nerven lässt weil es aus meiner Sicht die eigentliche Führungsaufgabe ist nämlich dem Menschen die bestmögliche Arbeit zu geben.

01:09:15: Und nochmal der Appell.. immer mindestens ein bisschen mehr als ihr jetzt gerade denkt.

01:09:23: Und da muss man eben anfangen, ein bisschen zu kitzeln und zu graben.

01:09:27: Ich würde sagen fangt an eure Vorgesetzten und eure Organisation auch so ein bisschen zur Nerven.

01:09:33: Das ist ein gutes Nerven!

01:09:35: Dann viel Spaß dabei!

01:09:41: Vielen Dank für das Zuhören und deine Aufmerksamkeit.

01:09:45: Wenn du mehr meiner Podcasts hören willst, dann vergesse jetzt nicht weiter denken zu abonnieren.

01:09:52: Du findest mich auch auf Substack – da gibt es immer exklusiv Folgen und sonntägliche Klumnen!

01:10:02: Wenn du dich für mein Angebot interessierst, dann findest du dieses auf akademie.zwenja-hofert.de.

01:10:13: Dort gibt es auch weitere Informationen zu meinen Gesprächspartnern.

01:10:19: Und du findest alle Blogbeiträge und Podcasts gesammelt in einer Übersicht!

01:10:26: Bis zum nächsten Mal, einen schönen Vormittag, Mittag, Nachmittag oder Abend, wann immer du das hörst – und hoffentlich bis sehr bald!

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